Tante Emma 2.0 - Qualität aus der Region

Gutes von hier

Agroservice trifft mit regionalem Tante-Emma-Laden den Nerv der Zeit

 

 

Sich bewusst für Produkte aus der Heimat zu entscheiden, liegt im Trend. Auf entsprechend gro­ßes Interesse stieß vor andert­halb Jahren die Idee vom Agro­service Altenburg-Waldenburg, das schon fast verschwundene Konzept der Tante-Emma-Läden wiederzubeleben. Das Geschäft mit regionalen Erzeugnissen im Nobitzer Ortsteil Ehrenhain ent­puppte sich als Erfolgsmodell.

Ursprüngliches Ziel von Tante Emma 2.0 war es, die regionale Di­rektvermarktung zu stärken. Das Projekt sollte lebensmittelnahe Waren und Dienstleistungen von einheimischen Anbietern unter ei­nem Dach bündeln, so dass die Kunden sich Tingeltouren zu den einzelnen, verstreut liegenden Hof­läden im Altenburger Land sparen konnten. Ein Stück Lebensqualität für die Bevölkerung im ländlichen Raum und zugleich ein wichtiger Multiplikator für die Wirtschaft vor Ort. „Die Rechnung ist voll aufge­gangen, der Erfolg hat sich auch nach der Anfangseuphorie fort­gesetzt“, freut sich Agroservice-Geschäftsführer Eric Göpel.

Der Zuspruch von Kunden und Lieferanten gibt den Verantwort­lichen recht: Rund 30 Lieferanten bieten aktuell ihre Produkte auf der eigenen Verkaufsfläche im Ehrenhainer Fachmarkt für Haus, Hof, Garten und Baustoffe an, die meisten sind nicht mehr als 30 Kilometer entfernt ansässig. Darunter konventionell wie biologisch produzierte Waren und Spezialitä­ten, die im normalen Supermarkt gar nicht erhältlich sind. Zu den Kassenschlagern zählen Nudeln, Eier, Wurst und Fleischwaren vom Geflügelhof Weber, Wurst und Fleischwaren direkt vom Schlacht­hof der Agrargenossenschaft Schönberg, das Gevemo-Sauer­kraut und edle Tropfen vom Wein­gut Triebe in Zeitz.

Das kleine, feine Sortiment mit knapp 1000 Artikeln kann zwar in puncto Auswahl und Preis nicht mit dem Discounter mithalten, stellt aber dennoch eine attraktive Alternative dar. „Unsere Kunden schätzen, dass sie wissen, wo die Produkte herkommen. Denn kurze Wege bedeuten mehr Frische und weniger Umweltbelastung. Außer­dem können sie so die Betriebe aus der Nachbarschaft unterstüt­zen. Ältere mögen vor allem die gute Beratung und den persönli­chen Kontakt zum Personal, man kennt sich eben“, zählt Marktleiterin Marion Warlich auf. Seien in der Vergangenheit vorwiegend Männer in den Laden gekommen, mischten sich inzwischen ver­mehrt Frauen, Familien und (En­kel-)Kinder unter die Kundschaft. „Wir konnten neue Kunden hinzu­gewinnen und die Verweildauer ist gestiegen“, stellt Warlich fest. Als besonderen Service bietet Tante Emma 2.0 Geschenkartikel und Präsentkörbe an, Vorbestellungen und Sonderwünsche sind eben­falls möglich. Dass das Angebot angenommen wird, zeigt auch der Blick auf die Bilanz. Obwohl die EU-Fördermittel Ende 2017 ausliefen, leiste Tante Emma 2.0 einen positiven Beitrag zum Fach­marktbetrieb. „Mit der Umsatzent­wicklung sind wir zufrieden, wir erwarten weitere Steigerungsra­ten“, blickt Göpel optimistisch in die Zukunft.

Lohmostsaison läuft

Wer in den Fachmarkt kommt, kann nicht nur seine Post und das Lottospiel erledigen, sondern auch seine Äpfel mitbringen. Die Lohnmostsaison ist in vollem Gan­ge. Die eigene Ernte kann noch bis Ende Oktober freitags, sams­tags und montags abgegeben werden. Marion Warlich: „Es war eine gute Apfel-Saison, wir haben schon 60 Tonnen angenommen.“ Der langjährige Kooperationspart­ner, die Kelterei Mylau, verarbeitet die Früchte dann zu Saft. „Wenn der Ertrag den Eigenbedarf über­steigen sollte, kaufen wir die Äpfel, die zu viel sind, auch auf.“

Mit Blick auf den Tag der Altenbur­ger, bei dem es eine große Parade der Landwirtschaft geben wird, hofft Agroservice-Geschäftsführer Eric Göpel auf einen Imagegewinn in der Bevölkerung. „Die Land­wirte sichern die Versorgung der Menschen ab und sind ein wich­tiger Arbeitgeber in der Region. „Der Beruf ist sehr anspruchsvoll und verdient mehr Wertschätzung in der Öffentlichkeit.“

www.agroaw.de

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