Als Azubi bis zu 600 PS fahren?

Haben Sie schon einmal von dem Ausbildungsberuf Fachkraft Agrarservice gehört? Viele werden diese Frage verneinen müssen. Noch fehlt es dem bundesweit anerkannten dualen Ausbildungsweg an Bekanntheit. Das liegt weder an den Ausbildungsinhalten, noch an den beruflichen Perspektiven.

Vereinfacht gesagt ist die Ausbildung eine Mischung aus Berufsinhalten des Kfz-Mechatronikers und des Landwirts (ohne Tierwirtbestandteile). Fachkräfte Agrarservice bedienen und fahren landwirtschaftliche Maschinen für die Bodenbearbeitung, Aussaat, Düngung und Pflege sowie zur Ernte. Die Vermittlung von Kenntnissen im Pflanzenbau ist dabei ein wesentlicher Schwerpunkt.

Weitere Kernaufgaben sind die Pflege, Wartung und Reparatur der Geräte und Maschinen. Das sind in der Regel nicht nur Traktoren, sondern vor allem auch sogenannte selbstfahrende Arbeitsmaschinen oder Lkws. Das Führen dieser Fahrzeuge gehört zum Berufsalltag, sodass im Rahmen der Ausbildung neben dem Traktorführerschein optional auch der Erwerb des Lkw-Führerscheins möglich ist.

So gehört es zur Selbstverständlichkeit beim Ausbildungsbetrieb Agroservice Altenburg-Waldenburg eG mit Sitz in Nobitz (Ortsteil Ehrenhain), dass die Auszubildenden 370 PS starken Selbstfahrer zur Gülleausbringung steuern, mit Unimogs Dünger oder Kalk streuen oder Transportarbeiten mit Lkws durchführen. Dabei erfahren die Auszubildenden hautnah, wie moderne GPS-Technik funktioniert und welche Vorschriften im Dünger- wie im Straßenverkehrsrecht beachtet werden müssen.

Die Agroservice AltenburgWaldenburg eG betreibt zudem in Kriebitzsch (Ostthüringen) und Waldenburg (Westsachsen) zwei weitere Betriebsstätten und ist Händler und Dienstleister für Agrarbetriebe. Als Lohnunternehmen sind Landwirte die Kunden und die Azubis auch im Kundenkontakt gefragt.

Voraussetzung für den Beruf Fachkraft Agrarservice ist ein mittlerer Bildungsabschluss, eine gewisse Naturverbundenheit, Freude an Technik sowie die Bereitschaft, wetterund saisonbedingte Arbeitszeitschwankungen zu akzeptieren. Bringt man diese Fähigkeiten mit, so stehen einem nach drei Jahren Ausbildungszeit viele Türen im Agrarbereich offen, bis hin zur Meisterausbildung oder einem anschließenden Studium.

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